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Talents: UHC Wil - Das Leistungszentrum für Unihockey in der Region

Talents

Jugendliche Sportler mit aussergewöhnlichem Talent und ehrgeizigen Ambitionen haben es nicht einfach, die schulische Ausbildung mit dem intensiven Training für eine Sportkarriere unter einen Hut zu bringen.

Zur Förderung einer vielversprechenden Sportelite in spe gibt es jedoch eigens dafür eingerichtete Sportschulen, in denen ein angepasster Lehrplan die Mehrbelastung des intensiven Sporttrainings auffängt. Eine dieser Sportschulen ist die Oberstufe Lindenhof in Wil. Seit diesem Schuljahr drücken dort auch Unihockey-Talente die Schulbank. Betreut und trainiert werden sie vom UHC Wil.

                                                                              

Der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen erteilte 2008 der Oberstufe Lindenhof die „Anerkennung als Schule für Hochbegabte im Bereich Sport“. Damit ist sie berechtigt, herausragende Talente schulisch zu fördern und ihnen innerhalb des Schulbetriebes ein intensives Sporttraining anzubieten. Zu diesem Zweck hat die Oberstufe Lindenhof eigens eine Sportklasse für Oberstufenschüler aus verschiedenen Sportdisziplinen eingerichtet. Seit diesem Schuljahr besuchen auch zwei Unihockey-Talente die Sportklasse, die Tobias Schnelli vom UHC Wil trainiert und betreut.

 

Angepasster Stundenplan

Die Sportklasse besuchen Schülerinnen und Schüler im Oberstufenalter, die von der 1. bis zur 3. Klasse gemischt unterrichtet werden. Ihr Stunden- und Fächerplan ist so aufgebaut, dass sie am zweiphasigen Sporttraining am Vormittag und späteren Nachmittag teilnehmen können, ohne dass dadurch die schulischen Ziele gefährdet sind. So nehmen die Sportschüler zum Beispiel in der Schule gemeinsam ihr Mittagessen ein und besuchen danach das sogenannte Lernatelier. Dort können sie ihre Hausaufgaben soweit lösen, dass sie nach dem Training am Abend möglichst keine weiteren schulischen Aufgaben haben. „Das zahlt sich aus“, bemerkt Tobias Schnelli, der die beiden Unihockey-Talente in der Sportklasse unter seine Fittiche genommen hat. „Zum einen, weil die Schüler sich dadurch genügend Zeit für die Hausaufgaben nehmen. Zum anderen, weil sie danach konzentriert und unbelastet von anderen Verpflichtungen ihr Training angehen können.“

 

<interview>

Herr Schnelli, wie wird eine Schülerin oder ein Schüler mit sportlichen Ambitionen in die Sportklasse der Oberstufe Lindenhof aufgenommen?

Für eine Aufnahme infrage kommen nur sportlich begabte Jugendliche mit guten Aussichten auf eine Laufbahn in der höchsten Liga. Dafür benötigen sie eine entsprechende Bescheinigung von einem renommierten Sportverein respektive Sportverband. Diese beruht auf einem sorgfältigen Selektionsverfahren, das die verschiedenen Sportdisziplinen für sich ausgearbeitet haben.

 

Trotz abgestimmten Lehrplan haben die Sportschülerinnen und Sportschüler eine enorme Belastung. Wie gehen diese damit um?

Die Schülerinnen und Schüler sind hochmotiviert und haben ein klares Ziel vor Augen. Die Mehrbelastung, die sie im Vergleich zu anderen Jugendlichen haben, nehmen sie deshalb gerne auf sich. Manche Eltern machen sich da mehr Sorgen: Etwa, dass ihre Kinder vor lauter Training die Hausaufgaben vernachlässigen könnten. Es zeigt sich aber immer wieder, dass die Schülerinnen und Schüler ihre schulische Leistung sogar verbessern konnten. Vor allem auch, weil das Lernatelier für die Hausaufgaben fix im Stundenplan der Sportklasse verankert ist. Und weil die Tagesstruktur an der Schule optimal auf die speziellen Anforderungen der Sportler angepasst ist.

 

Was bringt das Training am Lindenhof den Schülern effektiv?

In einem herkömmlichen Mannschaftstraining kann in der Regel nicht in vollem Umfang auf die einzelnen Teammitglieder eingegangen werden. Genau hier setzen wir mit dem Individualtraining an und gehen auf die spezifischen  Stärken und Schwächen des Einzelnen gezielt ein. Übrigens: Wir heben uns mit diesem Ansatz auch von anderen Sportschulen in der Ostschweiz ab.

 

Wie sind eigentlich die Zuständigkeiten zwischen der Schule und den Trainern geregelt?

Die Schule kümmert sich um schulische Bildung, der UHC Wil um die sportliche Förderung im Unihockey an der Schule. Diese umfasst zum einen das Training, zum anderen die Betreuung der jungen Sportler. Mein Hauptziel als Trainer ist es, die Schüler in ihren sportlichen Zielen zu unterstützen und das Training optimal in ihren Schulalltag einzubetten. Als Projektverantwortlicher von „Talents“ kümmere ich mich auch um die Werbung und die Information der Eltern potentieller Sportschüler. Ich agiere quasi an der Schnittstelle von Sport, Eltern und Schülern sowie der Schule.

 

Wie informieren Sie die Eltern über das Angebot an der Oberstufe Lindenhof?

Am Lindenhof finden regelmässige Infoveranstaltungen statt, an denen Vertreter der Schule und die Trainer der verschiedenen Sportdisziplinen anwesend sind. Dort haben die Eltern auch Gelegenheit, sich nach der offiziellen Orientierung persönlich mit uns zu unterhalten.

Ausserdem beobachten wir natürlich auch die Spielerinnen und Spieler des UHC Wil. Bei einem Clubmitglied mit grossem Potential ist es sicher sinnvoll, gemeinsam mit ihm und den Eltern einen Wechsel in die Sportklasse in Erwägung zu ziehen.

 

Sie selber waren Spieler bei den HotShots Bronschhofen. Wie sieht die Laufbahn Ihrer Unihockey-Karriere genau aus?

Angefangen mit Unihockey habe ich etwa mit 12 Jahren. Bereits nach drei bis vier Jahren durfte ich nebenbei die B-Junioren von HotShots Bronschhofen trainieren. Allmählich übernahm ich als Trainer weitere Junioren-Mannschaften und absolvierte den Grundkurs und mehrere Aufbaukurse von „Jugend und Sport“, wo ich mir das Rüstzeug zum Trainer in Theorie und Praxis aneignete. Ständige Weiterbildung ist eine Grundvoraussetzung für die konstant hohe Qualität, die ich den jungen Talenten bieten will.

 

Mal abgesehen von den rein sportlichen Erfolgen, welche Fähigkeiten hat Ihnen Unihockey für den Alltag vermittelt?

Zum einen sicher die körperliche Schnelligkeit und mentale Reaktionsfähigkeit, die im Unihockey trainiert werden. Als Mannschaftssport wird natürlich auch die Teamfähigkeit gefördert. Mir persönlich gefällt dabei  das Mannschaftsvereinsdenken: Kameradschaften werden gepflegt, während dem Spiel ziehen alle am selben Strick und jeweils nach dem Training nimmt man sich gerne noch Zeit, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen und Spass zu haben.

 

Informationen zur Schule für Hochbegabte im Bereich Sport erhalten sie hier.

 

 

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